Bewusstsein für Meeresplastik entwickelt

Dr. Rebecca Ballstaedt diskutiert mit Neuhäuser Schülern über die Meeresverschmutzung

Die Biologin Dr. Rebecca Ballstaedt (Störmer) stellte den Schülern der 3. und 4. Klassen das faszinierende Ökosystem Meer mit dem Fokus auf die Deutsche Nordseeküste dar. Dabei standen die große Sorge um die zunehmende Vermüllung der Meere und die davon ausgehenden globalen Gefahren im Mittelpunkt ihrer mitreißenden Präsentation.

Exemplarisch an ihrer Wahlheimat Helgoland brachte die Biologin den Schülerinnen und Schülern die Artenvielfalt und die Bedeutung unserer Meere näher, für deren Schutz sie sich aktiv einsetzt. Sie berichtete von der anstehenden Saison der Kegelrobben, die täglich überwacht und beschützt werden müssen. Weiterhin zeigte sie auf, dass sich die Kegelrobben im Plastikmüll verfangen, die Plastiknetze und Schnüre um den Hals wickeln und daran elend zugrunde gehen. Die Basstölpel sind ebenfalls betroffen: Sie bauen ihre Nester inzwischen mit Plastiknetzen und -schnüren. Dadurch verheddern sich die Tiere und werden stranguliert. Ein Team von Biologen und Naturschützern kletterte zu den Netzen, befreite sie vom Plastikmüll und untersuchte ihn.

Die Schülerinnen und Schüler nahmen großen Anteil an dem Thema und hatten viel Fragen: „Warum gibt es überhaupt so viele Gegenstände aus Plastik?“ „Warum werfen die Menschen ihre Plastiksachen einfach in die Natur und wie gelangen sie in die Meere?“ „Wie kann man die Plastikflut aufhalten?“

Exemplarisch stellte Dr. Rebecca Ballstaedt einige internationale Projekte vor, die sich engagiert gegen die Vermüllung der Meere einsetzen.

Gemeinsam mit der Biologin entwickelten die Kinder schließlich alltagstaugliche Ideen auf Plastik zu verzichten. So schlugen sie gemeinsame Müllsammelaktionen, das Einkaufen ohne Plastik vor oder gar vollständig auf Kunststoffprodukte zu verzichten.

Kinder packen an für saubere Umwelt

„Wir wünschen uns eine saubere Umwelt“:  Müllsammelaktion der Grundschule Neuhaus

 

Ausgestattet mit Arbeitshandschuhen, großen blauen Müllsacken und Müllpickern machten sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften am vergangenen Mittwoch auf den Weg durch den Ort Neuhaus. Auf ihrem Bollerwagen hatten sie ein Plakat befestigt, das deutlich zeigte, was ihnen am Herzen liegt: „Wir wünschen uns eine saubere Umwelt“. Der bewusste Umgang mit Ressourcen und der Schutz der Natur sind im Schulprogramm verankert, die Kinder werden im Unterricht immer wieder für diese Themen sensibilisiert.

Jetzt wollten sie selbst aktiv werden und sich für ihre Natur einsetzen.

Bereits nach wenigen Metern fanden die ersten Bonbonpapiere den Weg in den blauen Müllsack. Auf der Deichstraße kamen rasch etliche Zigarettenkippen und Reste von Silvesterfeuerwerk hinzu. Die Kinder staunten, dass diese dort immer noch lagen.

 

Jede Klasse hatte einen Bereich festgelegt, den sie säuberte. Dabei stellten sie geschockt fest, dass es regelrechte Müllschwerpunkte im Ort gibt. Gerade am Wohnmobilstellplatz, im Bürgerpark und an der B 73 fanden die fleißigen Hände viele Dinge, die nicht in die Natur gehören.

Wie erwartet fand sich viel Verpackungsmüll wie Flaschen, Süßigkeitsverpackungen, Eisstiele und Plastikteilchen; aber auch Sondermüll wie Autoreifen und großer Plastikschrott.

Eine Gruppe säuberte den Wegesrand zum Natureum hin. Den Kindern fiel ein scheinbar großer Maulwurfshaufen ins Auge. Ein Mädchen entdeckte eine rostige Schraube, bei genauerem Hinsehen entdeckten die Schüler rasch weitere Schrauben und Kleinmetallteile.  Schnell wurde klar, dass der vermeintliche Maulwurfshügel in Wirklichkeit ein Schrotthaufen von einer Baustelle war, der in der Landschaft „entsorgt“ worden war.

Mit großer Ausdauer durchkämmten daraufhin einige Kinder die lehmige Erde und beförderten etliche Schrauben, Nägel, Beschlagsteile und weiteren Baustellenmüll zu Tage.

Jill empörte sich: „Wenn wir das hier liegen lassen, können sich viele Tiere daran verletzen!“

Insgesamt war die Aktion ein großer Erfolg, der die Kinder zum Nachdenken und Mitmachen anregte. Konnte man doch einige Stimmen hören, die von Verabredungen am Nachmittag zum Müllsammeln am eigenen Wohnort sprachen.

 

Die wichtige Verknüpfung von theoretischem Schulwissen und praktischem Handeln war an diesem Tag besonders gelungen. Mit Sicherheit wird dies auch keine einzelne Aktion geblieben sein.

Naturschutzwoche für Kinder 2017

„Einprägsame Erlebnisse in der Kinder- und Jugendzeit wirken sich dauerhaft auf eine positive Einstellung zum Natur- und Umweltschutz für das gesamte weitere Leben aus. Daher freuen wir uns besonders, dass immer mehr Organisationen an der Naturschutzwoche teilnehmen und damit in diesem Jahr ca. 9.800 Kinder und Jugendliche für die Natur begeistert werden“, so Karsten Behr, Geschäftsführer des Natur-Netzes Niedersachsens und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.

Naturschutzwoche an der Grundschule Neuhaus an der Oste

Bei den Schülerinnen und Schülern drehte sich in der  themenbezogenen Woche alles rund um die Natur. Mit Unterstützung des Natureums Niederelbe, des Fördervereins der Grundschule Neuhaus, den Jägerinnen und den Jägern des Land Hadeln, Natur-Netz Niedersachsen und einer Spende der Bingo-Umweltstiftung wurden  Kinder an ihre Umwelt herangeführt. „Uns ist es wichtig, dass unsere Schülerinnen und Schüler frühzeitig Bezug zur Natur mit den darin lebenden Pflanzen und Tieren nehmen“, meint Dorothee Fetz, Lehrerin der Grundschule Neuhaus an der Oste. Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung soll praxisnah und erlebnisorientiert ökologische Zusammenhänge vermittelt werden. Das Wohl der Vögel stand besonders im Fokus. Alle Klassen beteiligten sich mit einer besonderen Aktion daran. So wurden auf verschiedene Weise Vogelfutterstationen hergestellt. Für das Vogelfutter wurde ausschließlich ambrosiafreies Winterfettfutter verwendet. Fünfzehn Nistkästen für Spatzen, Meisen und andere Gartenvögel entstanden, sowie diverse Vorrichtungen für Meisenknödel getöpfert. Die Gartengruppe pflanzte einen Naschgarten aus verschiedenen heimischen Beerensträuchern und zwei Bienenbäume. Ein zusätzlicher Apfelbaum erweitert die kleine Streuobstwiese. Ebenso  bereitete die Gruppe aus großen ehemaligen Apfelkisten Hochbeete vor. Andere Gruppen formten Vorzuchttöpfchen für die Sämlinge, die später in das Hochbeet gesetzt werden. Zwei Klassen zogen rund um das Schulgelände und setzten 300 Frühblüher Zwiebeln. „Auf die vielen bunten Blumen im Frühling freue ich mich schon“ sagt Meike fröhlich. Alles dient dazu die Vögel im Winter bei der Nahrungssuche zu unterstützen. Im Frühling, Sommer und Herbst sollen dann Insekten, Hummeln und Bienen ein ausreichendes Nahrungsangebot vorfinden. Im Unterricht wurde begleitend auf die Artenvielfalt und den Artenschutz eingegangen.

Zu einer intakten Umwelt gehört allerdings auch eine saubere. Die zweiten Klassen sorgen dafür, dass Neuhaus von weggeworfenen Dingen und Abfall befreit wurde. Dafür dankten ihnen die Neuhäuser herzlich.